Leb(e)los!

Ich brauche Karfreitag und Ostern. Jeden Tag. Dann, wenn die Gedanken durcheinander schreien. Wenn es zu laut ist, Anklage sich an Anklage reiht. Ich weiß, auf Tod kann Auferstehung folgen. Aus leblos wird „Lebe los!“

Dieses Gedicht stammt aus einer Zeit, in der ich öfter unter Panikattacken gelitten habe. In solchen Momenten hilft es mir, zu wissen, dass jemand vor mir schon mehr gelitten hat. Ich glaube, dass die Geschichte von Jesus aus der Bibel eine Bedeutung für mich hat. Hier kannst du nachlesen, welche Ängste er hatte und was er durchmachen musste. Es passt in kein Schema. Ein ungereimtes Gedicht finde ich der Sache angemessen.

Leb(e)los

Leblos
Hände auf den Ohren
Augen fest verschlossen
Luft kreischt
Leben schrillt
Schreit mich tot

Erstarrt
Im Lärm erfroren
Suche nach Wärme
Dort wo sie herkommt
Haben sie dich tot geschrien
Ihr Geschrei nahm dir dein Leben

„Es ist vollbracht!“
Dein Ruf am Kreuz
Zerreißt den Lärm
Zerstört den Vorhang

Der Weg zur Krone führt durch Dornen. Dieses Collage habe ich 2012 erstellt.

Leblos
Haben sie dich fort getragen
Wo sie dich tot hinlegten
Entstand Leben

„Leb los!“
Deine Stimme
Göttlich Wiederbelebung
Wenn sie mich tot schreien
Kann ich aufstehen
Laufe der Stille entgegen
Nach mir der Lärm
Vor mir das Vertrauen

Ruhe
Es ist vollbracht
Überirdisch
Angst besiegt
Tod gestorben
Kein Virus zerstört
Ostern

Ruhe in Frieden
Wo Tod war
Wird Leere zur Fülle
Leblos ist Vergangenheit
„Leb los!“ die Zukunft.

Das Leben hört auf zu schreien
Es redet wieder mit mir
Es gehört mir
Ich suche es
Packe es aus
Genieße es

Ruhe und Frieden
Ich lebe los
Es ist vollbracht
Mein Ostergeschenk
Kommt direkt aus dem Himmel

(c) Ramona Eibach, www.funkelflocke.de

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