Nebelwand

In den letzten vier Wochen ist es mir viermal passiert, dass ich eine Autofahrt unterbrechen musste, um zu fotografieren. Der Nebel hat mich dazu gezwungen. Er legt sein weißes Gewand über alles. Seine Schönheit hat mich dazu inspiriert, ihn zu fotografieren und ein Bild von ihm zu malen. Meine nebulösen Gedanken habe ich in Versen festgehalten.

Nebelwand

Hüllst alles ein in Watte, das harte Kanten hatte

Weiß hängst du in den Zweigen
Realität willst du verschweigen
Hüllst alles ein in Watte
Das harte Kanten hatte

Du hast den Horizont versteckt
Mit Weichzeichner bedeckt
Den Orientierungspunkt verbannt
Ins Watte-Wunderland

Nebelwand
Zeig mir was hinter dir verschwand
Ich kann dich nicht durchschauen
Ich muss dir blind vertrauen

Nur vordergründig bunt, schwarzweiß im Hintergrund

Du hängst in meinem Hirn
Schwebst süß vor meiner Stirn
Nur vordergründig bunt
Schwarzweiß im Hintergrund

Dunkle Ecken leuchten hell
Sind Schafe mit hellgrauem Fell
In rein-weißes Glück
Hüllst du mein Missgeschick

Nebelwand
Ich bin im Zuckerwatteland
Ich seh den Wald vor Wolken nicht
Weil sich in dir das Licht hell bricht

ich will dich so lang fotografiern bis die Hände mir erfriern

Du bist so wunderschön
Stundenlang will ich dich sehn
Dich so lang fotografiern
Bis die Hände mir erfriern

Wie eine Braut im weißen Kleid
In Unschuld gepackt das Leid
Mitten in Wolke sieben
Bin ich stecken geblieben

Nebelwand
Ich suche nach der Perle im Sand
Das Geheimnis hinter dir
Teilst du es noch mit mir?

Das Licht wird weich, wenn du es brichst. Der Blick in die Sonne blendet mich nicht.

Ich will in dir verschwinden
Den Weg zu deinem Herzen finden
Das Licht wird weich, wenn du es brichst
Der Blick in die Sonne blendet mich nicht

Hell leuchtet dein Wesen aus dir
Nebelwand, was machst du mit mir?
Ich muss mich dir ergeben
Bin deinem Wattezauber erlegen

Nebelwand
Ich bin in dich rein gerannt
Gebannt von stiller Helligkeit
Lausche ich der Einsamkeit

Lass uns die Höhen finden, die hinter dir verschwinden.

Still schweigst du über allem
Lässt Schrilles dumpf verhallen
Watte in den Ohren
Pause vom Rumoren

Wenn ich in dir nach Wahrheit such
Bin ich der Riss im Märchenbuch
Ein Farbklecks im Weiß
Eine Blume im Eis

Nebelwand
Ich war im Tal als ich dich fand
Lass uns die Höhen finden
Die hinter dir verschwinden

Nebelwand
Lass mich in dein Märchenland
Was deine Schleier heut verdecken
Möchte ich in dir entdecken

(c) Ramona Eibach, www.funkelflocke.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich stimme der Datenschutzerklärung zu

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.