Stresskreativ: Vom Gedicht zur Webseite

Wenn ich die Idee von „funkelflocke.de“mit einem Wort beschreiben soll, dann entscheide ich mich für „stresskreativ“. In diesen Zustand hat mich die Corona-Krise versetzt. Plötzlich drei Kinder nonstop zu Hause, Heimschule mit dem Schulkind während zwei Kindergarten-Kinder bespaßt werden wollen. Meine Arbeit reduziert auf Schreibtischarbeit am Abend, wenn die Kinder schlafen. Mein Haushalt chaotisch. Meine Ängste und Sorgen Gefangene in meinem Kopf. In der Nacht von Samstag auf Ostersonntag 2020 kann ich nicht schlafen. Erst träume ich ein schwachsinniges Mini-Gedicht und schreibe es auf. (Vollständig im Bild ganz unten) Anschließend schlummere ich immer wieder ein. Jedes Mal reißen mich Gedichtzeilen aus dem Schlaf. Sie wollen raus aus meinem Kopf.

Ich tippe also mitten in der Nacht in einer Hauruck-Aktion ein Gedicht in mein Handy. Das Gedicht „stresskreativ“ entsteht. Es beschreibt, wie Kunst die Tür meiner Gedanken zur Welt aufschließt, sie von der Kette lässt. Gerne hätte ich es mit allen geteilt, denen es ähnlich ergeht. Davon abgehalten hat mich die Tatsache, dass soziale Netzwerke die Verwendungsrechte für sich beanspruchen. Seitdem schleppe ich den Gedanken an einen eigenen Blog mit mir herum. Zum Glück habe ich einen Hacker geheiratet, der Spaß an sowas hat. So haben wir eine Domain gemietet und Funkelflocke verbrochen.

Stolz präsentiere ich also in diesem ersten Beitrag das Gedicht aus jener Nacht, in der die Idee zu Funkelflocke geboren worden ist.

Stresskreativ

Wortkrank
Ertrinkend in Gedanken
Schäumt es aus mir heraus
Das Fass voll
Ein Buchstabe
Bringt es zum Überlaufen

Zu viele Worte machen krank
Wenn der Kopf ausläuft
Brauche ich Dichtung
Wenn ich in der Tinte sitze
Schreibe ich
Wenn ich nicht ganz dicht bin
Bin ich eben Dichter

Farbenblind
Erdrückt von Bildern
Reiz überflutet
Weiß wie eine Wand
Wenn ich im Eimer bin
Ist garantiert Farbe drin
Wenn es schlecht aussieht
Male ich es an

Zu viele Farben machen krank
Wer gezeichnet ist
Braucht Zeichnung
Wenn ich’s nicht kann
Mache ich Kunst
Wenn ich’s zu bunt getrieben habe
Bin ich eben Maler

Im Bild: Das Nonsense-Gedicht aus besagter Nacht

(c) Ramona Eibach, www.funkelflocke.de

2 Antworten auf „Stresskreativ: Vom Gedicht zur Webseite“

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