Wahr-Zeichen

Was ist wahr? Manchmal fällt es mir schwer, das zu erkennen. Welche Information stimmt? Woher weiß ich, was richtig ist? Auf der Suche nach der Wahrheit habe ich Worte gesucht, die einen „wahren“ Kern haben. Oder irgendwie „wahr“ klingen. Alle in einen Becher geworfen, gründlich geschüttelt, ausgekippt und sicher ver-wahrt.

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Letzte Ehre

Immer wieder faszinieren mich ausrangierte Gegenstände und Möbelstücke. Es ist schon öfter vorgekommen, dass ich spontan unterwegs etwas vom Sperrmüll retten „musste“. Ich habe unter anderem Tische und Stühle restauriert, Paletten umfunktioniert und einen alten Stubenwagen aufgemotzt. Erst vor ein paar Tagen fand ein restaurierter Spiegel Platz in unserem Hausflur. Aber besonders angetan hat es mir ein Fachwerkbalken. Auf dem Weg zur Sitzbank musste er viel durchleiden. Ich habe mich in ihn hineinvesetzt und ein Gedicht geschrieben. Möge es jedem Mut machen, der sich gerade „ausrangiert“ fühlt.

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Chitin

Als ich die Tür zum Geräteschuppen öffne, finde ich diese frisch gehäutete Schönheit. Sie sitzt auf einem Eimer mit Basalt-Pflastersteinen. Hilflos guckt sie mich an. Daneben liegt der alte Chitin-Panzer als leblose Hülle. Ich mache ein paar Fotos und schließe die Tür. Die Libelle soll sich in Ruhe auf ihren nächsten Flug vorbereiten. Dieses Bild hat mich seltsam angesprochen. Ich habe es mehrere Monate in meinem Herzen getragen. Daraus entstanden ist ein Gedicht.

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Hingabe

Hingabe. Ein Substantiv, Genus feminin.
Ich behaupte, ein selten verwendetes Wort. Vielleicht auch etwas angestaubt.
In dieser Woche haben mir meine Söhne gezeigt, wie Hingabe funktioniert, als ich sie gekitzelt habe. Einfach fallen lassen und genießen. Egal, an welche Ecke der Kopf stößt.
Ich habe dieses Bild in mir arbeiten lassen. Den Begriff musste ich anschließend gründlich abspülen, trocknen, ruhen lassen und neu füllen. „Hingabe“ lässt sich nicht in einer starren Form festhalten. Sie ist unkontrolliert. Ich habe mich ihr hingegeben und in Buchstabenform schemenhaft nachgezeichnet, was ich dazu empfinde. Hingabe: Schon das Wort selbst ist ein Gedicht. Ein freies Versmaß finde ich der Sache angemessen.

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Sprachverlust

Manchmal passieren unbeschreibliche Dinge. In der vergangenen Woche hatte ich ein buchstäblich göttliches Erlebnis. Ich konnte nicht mehr schreiben, nicht beschreiben, nicht dichten. Nur staunen. Es hat mir die Sprache verschlagen. Es ist unmöglich, Sprachverlust zu vertexten. Ich habe es trotzdem versucht.

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