Wahre Macht

Sorry, Mister President. Jetzt wird es hart!
Ich glaube, Mütter sind die mächtigsten Menschen der Welt. Wer bitte hat das mit dem schwachen Geschlecht erfunden?
Der Tag nach dem Kindergeburtstag: Ich denke darüber nach, was der Mittlere für ein cooler Typ ist und wie besonders er ist. Aber in diesem Jahr dominiert ein seltsam sentimentales Gefühl.

Ich habe keine Worte dafür, deshalb nenne ich es einfach das „wow“-Gefühl. Ich versuche mal, es zu beschreiben: Es ist so groß, dass ich es nicht verstehen kann. Hier habe ich einen kleinen Zipfel von etwas begriffen, das weder in meinen Kopf, noch in mein Herz passt. Es ist das Gefühl, das mich überkommt, wenn ich daran denke, welche Macht ich habe. Denn die habe ich. Ganz egal, wie machtlos ich mich fühle.

Ich durfte mitbestimmen, ob ein Mensch leben darf! Krass! Es gibt drei Menschen auf der Welt, die deshalb existieren, weil mein Mann und ich zugelassen haben, dass sie entstehen. Ich habe sie gespürt, in meiner Sehnsucht, in meinem Bauch und jetzt noch oft in meinem Arm. Ich lebe mit ihnen zusammen, wachse mit ihnen, freue mich mit ihnen und streite mit ihnen. Das ist Alltag. Aber es ist auch Macht. Eine ganz besondere Macht. Eine, die ich nicht aus mir heraus habe. Sie ist mir geschenkt worden. Ich trage Verantwortung und ich frage mich oft genug, ob das alles wirklich wirklich wahr sein kann, was ich da erlebt habe und erlebe. Plötzlich hältst du ein Kind im Arm. Wie kann das sein? Wie kann das da drin -in MIR drin- gewesen sein? Wie ist es lebendig geworden?

Hier zeigt sich eine Macht, von der ich denke, dass Gott sie mir gegeben haben muss. Denn dass hier heute 3 Kinder herumlaufen, die in MIR entstanden sind, das kann doch nur ein Wunder sein?! Ich kapier es nicht. Es ist zu groß für mich.

Ich frage mich oft, was Menschen dazu antreibt, Macht besitzen zu wollen. Und warum sie dazu Angst verbreiten. Die Geburt eines jeden Kindes zeigt doch, wie alltäglich Macht ist. Sie zeigt auch, dass Angst, Druck und Kontrolle nicht nötig sind, um Macht auszuüben. (Ich zumindest hatte nur sehr begrenzte Kontrolle über die Geburt meiner Kinder.) Und auch wenn Macht krass ist und sehr viele Konsequenzen mit sich bringt, muss ich doch keine Angst vor ihr haben. Echte Macht bahnt sich ihren Weg. Sie bringt mir dieses unfassbare „wow“-Gefühl.

Viele Menschen fragen sich, wie sie die Welt verändern können. Ich habe meine Antwort gefunden: Wer die Welt verändern will, sollte (wenn möglich), Kinder bekommen. So verändere ich zunächst deren Welt. Was sie bewirken können geht nämlich weit über das hinaus, was ich jemals erreichen kann. So verändert sich die Welt Stückchen für Stückchen. Deshalb denke ich, Mütter sind die mächtigsten Menschen auf der Welt. Ja klar, um welche zu werden brauchen wir Männer. Aber nur in einer Frau kann Leben wachsen. Nur sie kann es gebären und nur sie kann es mit ihrem Körper, an ihrer Brust, ernähren. Und jeder, der hoch oben steht und glaubt, er habe Macht, der hat sie letztlich einer Frau zu verdanken. Ohne eine Mutter gäbe es ihn nicht. Auch ein Präsident hat mal als hilfloser Wurm in den Armen einer Frau angefangen. In diesem Sinne ist sie definitiv das starke Geschlecht.

(c) Ramona Eibach, www.funkelflocke.de

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