Weihnachts-Fragen

Wie schön dieses Baby aussieht! Es liegt so süß in seiner Krippe, Ochse und Esel stehen daneben. Die Weihnachtsgeschichte ist so niedlich! Frei nach dem Motto „Kinder und Tiere gehen immer“.
Nö. Baby im Stroh geht gar nicht. Nicht für mich. Mit Verlaub, ich stelle heute ein paar unbequeme Weihnachts-Fragen.

Weihnachts-Fragen

Ich hab n paar Fragen, Baby im Stroh
Juckt es dich eigentlich nicht am Po?
Ich kann deine Eltern nicht verstehn
Ist das da nicht unbequem?

Ich hab auch Fragen an die Mutter
War für dich da im Stall wirklich alles in Butter?
Hey Maria, wie geht es dir?
Was sagst du zu dem Auflauf hier?

Weise und Hirten zwischen blökenden Schafen
Willst du nach der Geburt gar nicht schlafen?
Du musst noch lernen, wie Frau stillt
Ist dir das hier nicht alles zu wild?

Hirten, Sterndeuter, Himmelschöre
Wo bleibt da die Privatsphäre?
Star in der Stallparty ist dein Kind
Aber wie geht’s dir zwischen Esel und Rind?

Wie war die Geburt? Wie lange die Wehen?
Maria, willst du, dass die Gäste gehen?
Wo nimmst du deine Geduld nur her?
Ich wäre ausgerastet und mehr.

Erst ne Entbindung im stinkenden Stall
Dann kommen Leute von überall
Gerade wenn ich meine Ruhe will
Ist in der Nacht gar nichts still

Oh mein Gott, was hast du dir dabei gedacht?
Was hast du mit deinem Baby gemacht?
Du legst es lässig ins kratzige Stroh
Als wäre das göttlicher status quo

Fremde kommen und gaffen
Und ich kann nicht raffen
Wie jemand sein eigenes Kind kann geben
Die Mutter gibt ihm im Dreck das Leben
Wie Dreck wird es behandelt am Ende
Der Sohn Gottes getötet durch Hände
Die sich selbst in Unschuld waschen
Oh Gott, warum hast das zugelassen?

Ich mache Vieles mit meinen Kindern
Das mir leid tut und kann es nicht ändern
Wäre ich Gott würd ich es anders machen
Keiner dürfte über mein Kind auch nur lachen

Niemals, niemals im Leben
Würde ich mein Baby in eine Krippe legen
Ich hielte es fest in meinen Arm
Damit ihm niemand was anhaben kann

Mein Gott, was hast du dir dabei gedacht?
Deinen Sohn so zum Trottel gemacht?
Maria hat ihn im Stall geboren
Zwischen Ochs und Esel Blut verloren

Der Sohn Gottes ist auch ihr Sohn
Und was hatte sie davon?
Nach dreißig Jahren musste sie sehn
Wie ihm die letzten Worte über die Lippen gehn

Oh mein Gott, ich fasse es nicht!
Machst du das alles wirklich für mich?
Ich bin entsetzt und zugleich verwirrt
Ist das an Weihnachten wirklich passiert?

An dieses Kind soll ich glauben?
Das soll mir den Weg zu dir erlauben?
Hey, das habe ich echt nicht verdient
Ich bin nicht gerade für Unschuld berühmt

Oh mein Gott, wo ist der Stern?
Ich suche ihn, wie die Männer von fern
So hat Weihnachten wieder Niveau
Und ich bin froh über das Baby im Stroh

Wo ist der Stern? Ich suche ihn, wie die Männer von fern

Oh Gott ich bin von dem Baby berührt
Noch nie hab ich Weihnachten so gespürt
So wie es mich heute kratzt und zwickt
Haben Heu und Stroh Jesus gepiekt

Jesus, ich nähme dich gerne hoch
Aus diesem hässlichen Futtertrog
Ich setzte gern Hirten und co vor die Tür
Für ein bisschen Zeit mit dir

Weihrauch und Myrrhe würfe ich fort
Versuchte Bonding am trostlosen Ort
Zum Glück hat Maria das nicht gemacht
Sonst feierte ich heute nicht Heilige Nacht

Danke Jesus, dass Halme dich pieken. Am Ende konntest du den Tod besiegen!

Danke Maria, für deinen Mut
So tut mir Weihnachten heute noch gut
Danke Jesus, dass Halme dich pieken
Am Ende konntest du den Tod besiegen!

Danke Gott, denn du gabst deinen Sohn
Ein Baby im Stroh bringt mich vor Gottes Thron
Weihnachten hat mich zum Fragen gebracht
So wird es bei mir auch Heilige Nacht

(c) Ramona Eibach, www.funkelflocke.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich stimme der Datenschutzerklärung zu

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.