Ankunft

Wenn ich mir Zeit nehme, die Natur zu betrachten, entstehen manchmal erstaunliche Gedankengänge. Mitunter kann der Anblick von feuchtem Herbstlaub erstaunliche Gedichte entstehen lassen. Dieses lange Stück hat mich selbst überrascht. Es steht am Anfang eines Prozesses, den ich „Ankunft“ nenne. Was ich damit meine, erklärt sich vielleicht aus dem Zusammenhang.

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Verordnetes Leben

Am liebsten möchte ich mich einigeln. Keine Nachrichten mehr hören,
mich vor Hiobsbotschaften schützen. Probleme, Herausforderungen und Aufgaben muss es geben, damit ich nach Lösungen suchen kann. Aber jetzt und hier sind Lösungen nicht gefragt, zumindest nicht meine. Ich sehe ein, dass wir alle mithelfen müssen, damit unser Gesundheitssystem nicht den Geist aufgibt. Dazu muss es aber auch eine gewisse Freiheit geben.

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Mein Geheimnis

Seit 23 Jahren bin ich mit einem Mann zusammen, den ich nicht wirklich verstehe. Noch weniger verstehe ich, wie das funktioniert.
Die ganze Geschichte ist im Grunde ein Rätsel. Aber eins, in das ich mich verliebt habe. Heute, zu unserem Jahrestag, fasse ich meinen Forscherdrang in Worte. Danke für 23 Jahre, lieber Dirk!

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Nebelwand

In den letzten vier Wochen ist es mir viermal passiert, dass ich eine Autofahrt unterbrechen musste, um zu fotografieren. Der Nebel hat mich dazu gezwungen. Er legt sein weißes Gewand über alles. Seine Schönheit hat mich dazu inspiriert, ihn zu fotografieren und ein Bild von ihm zu malen. Meine nebulösen Gedanken habe ich in Versen festgehalten.

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Käfer im System

In der vergangenen Woche war ich wieder mal sehr verunsichert. Oft habe ich das Wort „System“ gehört. Das „System“, in dem wir leben oder auch nicht. Was ist das? Wenn ich ausbrechen wollte, könnte ich? Aber warum sollte ich das wollen? Ich musste mich neu positionieren. Dabei kam mir die Geschichte vom Käfer in den Sinn. Ein Stilmix aus Wilhelm Busch und Ramonas Ideen und Reimen. Ähnlichkeiten zu real existierenden Personen und Phänomenen sind – selbstverständlich – rein zufällig…

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Party einer Mutter

Oh ja, ich habe es maßlos übertrieben. Aber ich bereue nichts! Die Idee zu diesem Gedicht ist entstanden, als ich zum ersten Mal nach zwei Wochen Quarantäne-Gedöns mit drei Kindern zu Hause wieder ins Büro durfte. Ich fühlte mich wie von der Kette gelassen. Dementsprechend ist das Gedicht geworden. Es ist auch ein Teil meiner Antwort auf die Frage: „Warum gehst du eigentlich arbeiten? Dein Mann verdient doch genug!“ Nicht alles hier ist ernst gemeint, aber es ist doch viel Wahres dran. Ich habe definitiv einen tollen Job und großartige Kollegen. Der Rest ist Satire. Oder Wunschdenken. Ich bin noch nicht sicher.

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Systemrelevant

„So ein bisschen Quarantäne ist nicht die schlimmste Sache der Welt“, habe ich noch im April 2020 voller Begeisterung mit der Band „Die Ärzte“ gesungen.
Da wusste ich noch nicht, was mir blüht. Jetzt haben wir die Light-Variante der „Absonderung“ am eigenen Leib erfahren. Light deshalb, weil die „Verdächtigen“ negativ getestet worden sind. So konnten einzelne Familienmitglieder noch das Haus verlassen. Umso härter hat mich der Bescheid des Ordnungsamtes getroffen. Bisher war ich entschlossen, die Maßnahmen der „Coronaschutzverordnung“ zu akzeptieren. Aber jetzt bringen sie mich plötzlich in Gewissensprobleme. Sie verstoßen gegen meine Überzeugungen als Mutter von drei Kindern. Das hätte ich nie für möglich gehalten. Demos sind nicht mein Ding. Aber ich muss mir den Unmut von der Seele schreiben, unbequeme Fragen stellen und dichten. Die Fotos zeigen Auszüge aus dem Original-Bescheid vom 11.11.2020.

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Wegmarken

Eine Woche in Quarantäne kann die Seele ganz schön beschweren. Die erste Testrunde hat die ganze Familie in Atem gehalten. Es bleiben negative Ergebnisse und negative Gefühle.
Auf meiner Flucht in die Natur habe ich stark empfunden, was ich schon im Gedicht „Maskenball“ beschrieben habe: Nicht nur die Menschen sind krank, die ganze Welt ist es. So kommt ein melancholisches, aber nicht hoffnungsloses Gedicht zustande.

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