Strandgut

Manchmal erzählen mir Dinge eine Geschichte. In diesem Fall suchte ich den Dialog mit Muschelschalen, die ich an der Nordsee gefunden habe. Dort, wo das Wasser den Strand berührt empfand ich seltsam sentimental ihre wortlos erzählte Erinnerung.

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Starthilfe

Schnell raffe ich noch zwei Teile und husche zur Haustüre hinaus. Der Rest der Familie wartet im Auto. Ab in den Urlaub! Mein Mann betätigt den Anlasser. Normalerweise schüttelt sich der Motor kurz, wenn er aus dem Schlaf erwacht, schnurrt dann aber wie ein Kätzchen. Heute macht er nur noch leise „klick“. Nach mehreren Versuchen guckt mein Mann so ungläubig, wie ich mich fühle. Das Auto springt nicht an.

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Der Füller im Sauhaufen

Das Drama beginnt mit einer E-Mail. Die arglose Senderin (die Klassenlehrerin meiner Tochter) konnte nicht ahnen, was sie damit auslösen würde. Der Code zum Chaos, der Schlüssel zur Verzweiflung im Anhang. Die Material-Liste fürs nächste Schuljahr. Listen sind Lasten. Das könnte mein Motto werden, wenn sie nicht zugebenermaßen auch irgendwie sinnvoll wären. Für eine Organisationschaotin wie mich sind sie immer wieder ein Grund zur Verzweiflung.

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Trostpflaster

Mein Mama-Herz will vor dem Anblick dieser Niedlichkeit zerfließen. Wie er dasitzt und sein Leid bekundet, mir die frisch versorgte Wunde entgegenhält. Mein dreijähriger Sohn ist auf dem Rückweg vom Kindergarten gefallen und hat sich das Knie aufgeschlagen. Dieses leidende Kind ist aber so niedlich, dass ich einfach ein Foto machen muss.

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Spitzengespräch

Grübeln ist ein Merkmal des Lebens. Ich tue es, ich kenne andere, die dazu neigen und ich bin mir sicher, dass es auch Rosen tun. Das folgende Gespräch zwischen einer Rose und einer Biene habe ich belauscht und dokumentiert. Ich bin mir nicht sicher, ob ich jedes Wort richtig wiedergebe, oder ob ich es am Ende vielleicht doch nur geträumt oder gedichtet habe. Aber als ich es durchgelesen habe, war ich erstaunt über den Tiefgang des Dialogs.

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Warum

Manchmal stelle ich mir ne Menge komischer Fragen. Immer wieder auch die Frage nach dem Warum. Warum lebe ich? In dieser Woche habe ich die Antwort gefunden, als ich ein Gedicht darüber geschrieben habe. Plötzlich sagte eine Stimme in meinem Hinterkopf: „Es ist egal, warum du lebst! Mach es einfach!“ Was mich selbst am meisten überrascht ist die Tatsache, dass mich das tröstet. Endlich muss ich nicht mehr fragen!

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Verordnetes Leben

Am liebsten möchte ich mich einigeln. Keine Nachrichten mehr hören,
mich vor Hiobsbotschaften schützen. Probleme, Herausforderungen und Aufgaben muss es geben, damit ich nach Lösungen suchen kann. Aber jetzt und hier sind Lösungen nicht gefragt, zumindest nicht meine. Ich sehe ein, dass wir alle mithelfen müssen, damit unser Gesundheitssystem nicht den Geist aufgibt. Dazu muss es aber auch eine gewisse Freiheit geben.

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Ausgangssperre

Gestern
Nach langem Herum-Geeier schleppe ich mich in die Werkstatt und lege Hammer und Bohrmaschine bereit. Als könnte ich damit die Gedanken aus meinem betonschweren Kopf lösen.
Heute werde ich anfangen, eine alte Holzkiste zu einem Schlüsselbrett umzubauen. Seit Wochen habe ich mich darauf gefreut. Es ist gewissermaßen die Kür der Wohnzimmer-Renovierung. Warum muss ich mich jetzt dazu überwinden?

Seit 2 Tagen bin ich bedrückt. Mein Hirn ist zäh wie Kaugummi und die Kreativität klebt wie vertrockneter Brei in meinem Kopf. Was ist bloß los mit mir?

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