Du darfst leuchten!
Jahrelang war die kleine Petroleumlampe außer Gefecht gesetzt. Ihre kleine Flamme rührt mich. Ich sage ihr: „Jetzt darfst du wieder leuchten.“
Jahrelang war die kleine Petroleumlampe außer Gefecht gesetzt. Ihre kleine Flamme rührt mich. Ich sage ihr: „Jetzt darfst du wieder leuchten.“
Nach langem Herum-Geeier schleppe ich mich in die Werkstatt und lege Hammer und Bohrmaschine bereit. Als könnte ich damit die Gedanken aus meinem betonschweren Kopf lösen.
Heute werde ich anfangen, eine alte Holzkiste zu einem Schlüsselbrett umzubauen. Seit Wochen habe ich mich darauf gefreut. Es ist gewissermaßen die Kür der Wohnzimmer-Renovierung. Warum muss ich mich jetzt dazu überwinden? Seit 2 Tagen bin ich bedrückt. Mein Hirn ist zäh wie Kaugummi und die Kreativität klebt wie vertrockneter Brei in meinem Kopf. Was ist bloß los mit mir?
Ich liebe Werkzeug. Damit kann ich etwas bauen, reparieren oder aufmöbeln. Werkzeug gibt mir Gestaltungsspielraum. Mit dem richtigen Werkzeug kann ich mir selbst helfen. In diesem Fall habe ich damit buchstäblich Teile aus meiner Vergangenheit neu zusammengesetzt.
Immer wieder faszinieren mich ausrangierte Gegenstände und Möbelstücke. Besonders angetan hat es mir ein Fachwerkbalken. Auf dem Weg zur Sitzbank musste er viel durchleiden. Ich habe mich in ihn hineinvesetzt und ein Gedicht geschrieben. Möge es jedem Mut machen, der sich gerade „ausrangiert“ fühlt.