Letzte Ehre

Immer wieder faszinieren mich ausrangierte Gegenstände und Möbelstücke. Es ist schon öfter vorgekommen, dass ich spontan unterwegs etwas vom Sperrmüll retten „musste“. Ich habe unter anderem Tische und Stühle restauriert, Paletten umfunktioniert und einen alten Stubenwagen aufgemotzt. Erst vor ein paar Tagen fand ein restaurierter Spiegel Platz in unserem Hausflur. Aber besonders angetan hat es mir ein Fachwerkbalken. Auf dem Weg zur Sitzbank musste er viel durchleiden. Ich habe mich in ihn hineinvesetzt und ein Gedicht geschrieben. Möge es jedem Mut machen, der sich gerade „ausrangiert“ fühlt.

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Mein Geheimnis

Seit 23 Jahren bin ich mit einem Mann zusammen, den ich nicht wirklich verstehe. Noch weniger verstehe ich, wie das funktioniert.
Die ganze Geschichte ist im Grunde ein Rätsel. Aber eins, in das ich mich verliebt habe. Heute, zu unserem Jahrestag, fasse ich meinen Forscherdrang in Worte. Danke für 23 Jahre, lieber Dirk!

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Nebelwand

In den letzten vier Wochen ist es mir viermal passiert, dass ich eine Autofahrt unterbrechen musste, um zu fotografieren. Der Nebel hat mich dazu gezwungen. Er legt sein weißes Gewand über alles. Seine Schönheit hat mich dazu inspiriert, ihn zu fotografieren und ein Bild von ihm zu malen. Meine nebulösen Gedanken habe ich in Versen festgehalten.

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Mein Lichtlein klemmt

Advent Advent
Mein Lichtlein klemmt
Ein Feuerzeug in meiner Hand
Warf ich wütend an die Wand
Wo andere den Herrn ankünden
Will sich bei mir kein Licht entzünden

Manche Tage sind zum Abgewöhnen. Mein Samstag war solch ein Tag. Ich bin nicht stolz auf ihn. Trotzdem möchte ich ihn heute festhalten. Ich würdige ihn, gewissermaßen um ihm einen Sinn zu verleihen.

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Käfer im System

In der vergangenen Woche war ich wieder mal sehr verunsichert. Oft habe ich das Wort „System“ gehört. Das „System“, in dem wir leben oder auch nicht. Was ist das? Wenn ich ausbrechen wollte, könnte ich? Aber warum sollte ich das wollen? Ich musste mich neu positionieren. Dabei kam mir die Geschichte vom Käfer in den Sinn. Ein Stilmix aus Wilhelm Busch und Ramonas Ideen und Reimen. Ähnlichkeiten zu real existierenden Personen und Phänomenen sind – selbstverständlich – rein zufällig…

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Party einer Mutter

Oh ja, ich habe es maßlos übertrieben. Aber ich bereue nichts! Die Idee zu diesem Gedicht ist entstanden, als ich zum ersten Mal nach zwei Wochen Quarantäne-Gedöns mit drei Kindern zu Hause wieder ins Büro durfte. Ich fühlte mich wie von der Kette gelassen. Dementsprechend ist das Gedicht geworden. Es ist auch ein Teil meiner Antwort auf die Frage: „Warum gehst du eigentlich arbeiten? Dein Mann verdient doch genug!“ Nicht alles hier ist ernst gemeint, aber es ist doch viel Wahres dran. Ich habe definitiv einen tollen Job und großartige Kollegen. Der Rest ist Satire. Oder Wunschdenken. Ich bin noch nicht sicher.

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Systemrelevant

„So ein bisschen Quarantäne ist nicht die schlimmste Sache der Welt“, habe ich noch im April 2020 voller Begeisterung mit der Band „Die Ärzte“ gesungen.
Da wusste ich noch nicht, was mir blüht. Jetzt haben wir die Light-Variante der „Absonderung“ am eigenen Leib erfahren. Light deshalb, weil die „Verdächtigen“ negativ getestet worden sind. So konnten einzelne Familienmitglieder noch das Haus verlassen. Umso härter hat mich der Bescheid des Ordnungsamtes getroffen. Bisher war ich entschlossen, die Maßnahmen der „Coronaschutzverordnung“ zu akzeptieren. Aber jetzt bringen sie mich plötzlich in Gewissensprobleme. Sie verstoßen gegen meine Überzeugungen als Mutter von drei Kindern. Das hätte ich nie für möglich gehalten. Demos sind nicht mein Ding. Aber ich muss mir den Unmut von der Seele schreiben, unbequeme Fragen stellen und dichten. Die Fotos zeigen Auszüge aus dem Original-Bescheid vom 11.11.2020.

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